Whisky-Irrtümer

Der WHISKY-FROG klärt auf:

Sie haben im Keller Opas alten Whisk(e)y entdeckt?
Auf dem Etikett steht ein älteres Abfülldatum?

Bowmore Queens Cask 1980Sie meinen, der Whisky aus Opas alten Beständen müsse jetzt bereits über 30 Jahre alt und dementsprechend gereift sein?

NEIN! Hier liegt ein weitverbreiteter Irrtum vor.

Jeder Whisk(e)y, welcher einmal in die Flasche gefüllt wurde, reift nicht weiter.
Seine Reifung erfährt der Whisky oder Whiskey in ausgesuchten Holzfässern. Sie sind ausschlaggebend für den späteren Geschmack.
Sobald der gute Schluck vom Fass in die Flasche gefüllt wird, endet sein langer Reifeprozess.
Es spielt also keine Rolle, wie lange Ihr Opa seine Flaschen im Keller einmottete.
Besser und reifer wird Ihr Whisky davon nicht.
Teurer?
Das kommt drauf an, welche Rarität im dunklen Keller liegt.

Eigentlich können Sie von Glück reden, wenn die Umwelteinflüsse Ihres Kellers nicht den Geschmack trüben.
Wenn man es auch nicht so recht glauben möchte, aber Kälte, Feuchtigkeit und Modergeruch können über die vielen Jahre hindurch Einfluss auf den Whisky nehmen.
Dies mag zwar äußerst selten vorkommen, aber ich selbst hatte das Vergnügen, dass mir ein älterer Kellerfund zur Begutachtung ausgeschenkt wurde.
Meiner Meinung nach, hatte dieser Whisky über die Jahrzehnte sogar den muffigen Geruch des Kellers durch das Glas der Flasche, oder was mir viel wahrscheinlicher erschien, durch den porösen Korken aufgenommen und gab ihn im Geschmack wieder ab.

Da mir bisher aber noch kein weiterer Fall bekannt ist, und ich diesen eher unglücklichen Umstand für eine Ausnahme halte, können Sie ihren Whisky beruhigt in den Keller stellen.
Wogegen es aber auch noch eine Alternative gäbe:
Genießen und trinken Sie ihn doch einfach!

 
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