Wie trinken?

Wie trinke und genieße ich Whisk(e)y richtig?
Der Whisk(e)y-Frog klärt auf.

Ein stilles Mineralwasser und evtl. etwas Käse und Weisbrot sollten wir uns vorab bereit stellen. Wir benötigen diese Sachen zum Neutralisieren unserer empfindlichen Geschmacksnerven.
Das Wichtigste, den Whisk(e)y, sollten wir natürlich ebenfalls bereit halten.

Unser Whisk(e)y bedarf keiner weiteren Vorbereitung, wie etwa vorheriges "Kaltstellen" o.ä..
Die preiswerten (meist amerikanische) Supermarkt-Whiskeys, welche sich noch von unserer letzten "Cola-Whiskey-Party" in der Hausbar herum drücken werden wir heute vorerst ignorieren oder einem Nachbar schenken.
Dem können wir bei dieser Gelegenheit auch gleich die restlichen Eiswürfel und die riesigen Whiskey-Tumbler, also diese Gläser, wie man sie in Hollywood-Filmen sieht, aufdrängen.
Wir brauchen sie nicht mehr.
Jedenfalls nicht für einen anständigen Whisk(e)y.

Wir merken uns also: Kein Eis, kein Mixen und vor allem auch keinen Whiskey-Tumbler.

Das Aroma unseres Whisk(e)ys zu riechen und zu schmecken sollte heute unser erstes Bedürfnis sein und wir werden uns den Geschmack nicht mit Eis oder gar Cola "versauen".
Einem Cognac-Trinker würde es auch niemals einfallen, sein edles Destillat mit Cola zu mischen oder mit Eiswürfeln zu strecken.

Eis im Whisk(e)y >>>hier mehr dazu

Nosing-GlasFür den folgenden stilvollen Genuss unseres Whisk(e)ys haben wir uns bereits ein sogenanntes "Nosing-Glas" bereit gestellt, aus welchen wir jetzt endlich die Luft heraus lassen können.
Bitte das Bild zum Vergrößern anklicken!

Aber bitte nicht bis zum Rand vollgießen!

Der Rand unseres Nosingglases ist nach oben hin verjüngt und weiter unten hat das Glas eine schöne bauchige Form. Ein Glas - fast so schön wie ein Körper eines Mannes im mittleren Alter.

Die besondere Form des Nosingglases ermöglicht es unserem Whisk(e)y sein Aroma, seinen Duft und seine Eleganz zu entfalten.
Wir erinnern uns, dass ein Cognac-Schwenker ähnlich aussieht und beim Gognac sicherlich die selben Eigenschaften hervor heben soll.

Wir schwenken jetzt mit leichter Handbewegung unser Glas und staunen, wie ölig und schön sich der Whisk(e)y an der Wand des Glases verteilt.
Dieses bedächtige Schwenken sollten wir später vor einem Spiegel üben, da es von Vorteil sein könnte, wenn wir einmal die holde Damenwelt mit "Fachkenntnis" beeindrucken wollen.

Das Schwenken unseres Glases ermöglicht es dem Whisk(e)y sich durch unsere Handfäche etwas zu erwärmen und seine Aromen noch besser freisetzen.

Jetzt aber kommt endlich der große Moment, das sogenannte "Nosing" - das Riechen.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
Wir riechen jetzt also in unser Glas und vergessen jegliches Schamgefühl, obwohl wir unsere Nase fast in das Glas stecken.
Das Aroma, den Duft und das volle Bukett werden wir so schnell nicht wieder vergessen.
Viele Gerüche sind uns noch unbekannt, aber nicht unangenehm.
Wir werden später die sogenannten "Tasting-Notes", die Tasting-Notizen, in einschlägiger Literatur nachlesen.

Zwischendurch schwenken wir wieder ein wenig und halten das Glas zur Lichtquelle hin. Auch dies kommt bei den "Unwissenden" gut an und wir betrachten, besser noch, wir "beliebäugeln" den Inhalt und die Farbe in unserem Glas.
Natürlich hat das Schwenken und der Tick mit der Lichtquelle eine andere Bewandtnis.
Mitunter wird Whisk(e)y nicht kältegefiltert und der Genießer kann im Licht und beim Schwenken des Glases kleinste Schwebeteilchen ausmachen.
Hierbei handelt es sich aber nicht etwa um eine unangenehme Eigenschaft unsere Brandes. Nein, dies ist durchaus gewollt.

Nachdem wir ausreichend gerochen haben und uns die ersten Eindrücke fast zuviel sind, sollten wir nicht vergessen, ein kleines Schlückchen zu kosten.
Schließlich sind wir nicht zum Erbeeren ernten hier.

Auch bei unserem ersten Schluck müssen wir uns nicht unbedingt an die Etikette halten, sondern behalten den ersten Schluck einen Moment im Mund und spülen ihn hin und her.
Viele uns bisher unbekannte Aromen und Geschmäcker buhlen auf unserer Zunge um unsere Gunst. Beeindruckend!
Nur langsam entschliesen wir uns das Destillat herunter zu schlucken und werden gleich wieder mit unheimlich vielen Geschmacksnuancen überrascht.

Einige Aromen haften noch immer im Mundraum, nachdem der Whisk(e)y in der Kehle verschwunden ist und ihr Geschmack bleibt uns noch eine Weile erhalten.
Aha, das ist er also, der sogenannte  "Abgang".

Wir gönnen uns bald ein nächstes Schlückchen und versuchen die Geruchs- und Geschmacksaromen genauer einzuordnen.
Hierbei kann uns eine Grafik hilfreich sein. In Fachkreisen nennt man diese Grafiken auch  "Nosingweel" oder "Aroma-Rad".

Hier ein Aroma-Diagramm anschauen und Geschmack vergleichen >>>KLICK!

Das Erriechen und Erschmecken von Aromen wird bei jedem Whisk(e)y den wir verkosten besser und je mehr wir uns mit Gleichgesinnten austauschen, umso besser können wir unsere Geruchssinne und Geschmacksnerven trainieren.

Natürlich sollten wir nicht versuchen unser Fachwissen mittels vieler Whiskys an einem Abend zu pushen.

Was für ein Hobby! - Es könnte schlimmer kommen  

 

 

 

 

 
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