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Dalwhinnie – der Whisky mit den zwei Gesichtern

Dalwhinnie Whisky Jeder Whisky ist ein Produkt seiner Umwelt. Das schmeckt man besonders deutlich bei Brennereien wie Dalwhinnie heraus, die sich an ungewöhnlichen Orten befinden. Bei Dalwhinnie handelt es sich nÀmlich um eine der am höchsten gelegenen Brennereien Schottlands. Wie sich das auf den Whisky auswirkt, erfÀhrst du hier.
Besonderheiten
  • Relativ kleines Sortiment
  • Dalwhinnie 15 gehört zu den Classic Malts
  • Milde fruchtige Aromen
  • Brennerei ĂŒber 100 Jahre alt

Dalwhinnie Test & Vergleich 2019

GegrĂŒndet wurde die Dalwhinnie-Brennerei im Jahre 1897/98 in der gleichnamigen schottischen Ortschaft. Damals trug sie noch den Namen Strathspey. Bevor sich die großen Erfolge einstellten, hatte sie es aber vor allem in der Anfangszeit sehr schwer.

Eine bewegte Anfangsphase

Als die drei GeschĂ€ftspartner John Grant, George Sellar und Alexander Mackenzie die Brennerei errichteten und innerhalb von nur einem Jahr mit der Produktion begannen, sahen sie sich frĂŒh mit Problemen konfrontiert. Es stellten sich nĂ€mlich schnell LiquiditĂ€tsprobleme ein und die Anlage musste verkauft werden. So kam sie in den Besitz der neuen EigentĂŒmer John Sommerville & Co. und A. P. Blyth & Sons. Sie gaben ihr auch ihren heute bekannten Namen.

Den nĂ€chsten Besitzerwechsel gab es dann schon im Jahr 1905. Damals wurde Dalwhinnie von der amerikanischen Company Cook & Bernheimer aufgekauft. Das waren ĂŒbrigens auch die ersten auslĂ€ndischen Brennereibesitzer in Schottland. Whisky destillierte man zu dieser Zeit vor allem fĂŒr Blending-Zwecke. Es ging darum, den Geschmack des amerikanischen Whisky-Trinkers zu treffen. Hier war man die fĂŒr Single Malts typische KomplexitĂ€t und Rauchigkeit schlichtweg nicht gewöhnt, weshalb man sich milden und weichen Aromen zuwandte. Was sich zunĂ€chst als zukunftsorientierte Idee erwies, stellte sich angesichts der Prohibition jedoch als schwer durchsetzbar heraus. Deshalb ging die Brennerei 1919 wieder in schottischen Besitz ĂŒber (Sir James Calder, Greenlees & Williams).

Die Wirren der GrĂŒndungszeit waren damit aber noch nicht beendet. Wir haben dir die wichtigsten Eckpunkte kurz zusammengefasst:

  • 1926: Die Brennerei geht in den Besitz der Distillers Company Limited (DCL, spĂ€ter Diageo) ĂŒber.
  • 1934: Ein Feuer bricht in der Destillerie aus. Die SchĂ€den sind so verheerend, dass der Betrieb erst wieder 1938 aufgenommen werden kann.
  • 1939 – 45: An einen normalen Betrieb war infolge der Getreideknappheit des Zweiten Weltkriegs nicht zu denken.

Der Erfolg stellt sich ein

Blickt man einmal zurĂŒck, so waren die Voraussetzungen fĂŒr die Dalwhinnie-Brennerei alles andere als gut. Dabei gab es bereits damals einige UmstĂ€nde, die fĂŒr ihren spĂ€teren Erfolg maßgeblich werden sollten. Hier ist zunĂ€chst die Lage zu nennen. Der kleine Ort Dalwhinnie befindet sich an einer Kreuzung vieler Handels- und ehemaliger Schmugglerwege, was eine gute Grundlage fĂŒr einen weitreichenden Vertrieb war.

SpĂ€testens im Jahre 1987 trat Dalwhinnie dann in eine erfolgreiche Zukunft ein. Die Wirren der ersten Jahre waren ĂŒberwunden und man erlangte mit dem 15-jĂ€hrigen Single Malt ĂŒberregionale BerĂŒhmtheit. Er wurde nĂ€mlich in das Classic Malt Program aufgenommen, eine der bekanntesten Sammlungen schottischen Whiskys. Sie umfasst gerade einmal sechs Sorten. Schon zwei Jahre spĂ€ter öffnete das Besucherzentrum, was noch einmal deutlich zur Bekanntheit der Marke beitrug.

Besonderheiten bei der Produktion

Der unverkennbare Geschmack der Dalwhinnie-Whiskys ist auf einige Besonderheiten bei der Herstellung zurĂŒckzufĂŒhren. Dabei spielen vor allem das klare Bergwasser und Schwefelverbindungen eine Rolle.

Klares Wasser aus den Highlands

Die Lage hat damals wie heute einen wichtigen Einfluss auf die QualitĂ€t des Dalwhinnie-Whiskys. Mit einer Standorthöhe von 326 Metern war Dalwhinnie lange Zeit die höchste Brennerei Schottlands. Durch diese geografische Besonderheit konnte eine besonders gute WasserqualitĂ€t sichergestellt werden. Sie befand sich nĂ€mlich nur kurz unter der Quelle des Allt an T’Sluic, der vor allem aus Wasser von geschmolzenem Schnee gespeist wurde.

Übrigens: Der Fluss mĂŒndet in den Spey River, was auch heute noch zu kontroversen Debatten fĂŒhrt. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die Brennerei zu den Highlands oder zur Region Speyside zu zĂ€hlen ist.

Die ProduktionskapazitÀt von Dalwhinnie

Die Ausstattung der Brennerei umfasst einen Maischbottich aus Edelstahl und sechs GĂ€rbottiche mit einem Fassungsvermögen von jeweils 34.000 l. FĂŒnf davon bestehen aus sibirischer LĂ€rche und einer aus Oregonkiefer. Der Maischbottisch ist aus Edelstahl gefertigt. Die Destillation erfolgt in einer wash still mit einem Fassungsvermögen mit 17.000 l und einer spirit still mit 14.000 l, die durch Dampf erhitzt werden.

Das bei der Herstellung des Dalwhinnie-Whiskys zum Einsatz kommende Malz stammt aus den United-Distillers-MĂ€lzereien in Roseisle und Burgund.

Der Geschmack – torfig und doch mild

Wenn Einsteiger ĂŒber die geschmackliche Struktur von Dalwhinnie-Whiskys sprechen, bezeichnen sie sie gerne als Alleskönner. Einerseits gibt es hier genug Torf-Aromen, damit auch die Freunde komplexerer rauchigerer Whiskys auf ihre Kosten kommen, andererseits sind die Dalwhinnie-Whiskys angenehm weich und fruchtig. Hier lassen sich zum Beispiel dezente Honignoten herausschmecken. DarĂŒber hinaus ist man bei Dalwhinnie auch immer bereit, auf neue GeschmackswĂŒnsche einzugehen. Ein gutes Beispiel hierfĂŒr ist der Dalwhinnie Winter’s Gold, der seine volle Aromavielfalt gekĂŒhlt entfaltet.

Blickt man etwas tiefer, offenbart sich der Geschmack bei Dalwhinnie aber als ein etwas komplexeres und sehr spannendes Thema. Es gibt nÀmlich nur wenige Malt-Marken, deren Geschmack sich im Herstellungsprozess so stark verÀndert.

WĂ€hrend der Destillation entfalten sich hier eher unangenehme Aromen, die vor allem auf Schwefelverbindungen zurĂŒckzufĂŒhren sind. So gibt es beispielsweise bittere Noten, die mit Rauch, Sauerkraut und Autoabgasen in Verbindung gebracht werden. WĂ€hrend man normalerweise versucht, diese Verbindungen bei der Herstellung des New Make soweit wie möglich auszuklammern, unterstĂŒtzt man ihre Entstehung bei Dalwhinnie sogar. Möglich wird dies durch ein spezielles Verfahren der Hefezugabe. Man gibt den Mikroorganismen besonders viel Zeit, unerwĂŒnschte Aromen abzubauen. Die kleinen raffinierten geschmacklichen Facetten bleiben aber erhalten.

Seinen hochwertigen Geschmack erhĂ€lt der Whisky aber natĂŒrlich durch die Fassreifung, die den sehr streng schmeckenden New Make in den facettenreichen Whisky verwandelt, der auf der ganzen Welt berĂŒhmt ist. Das ist ĂŒbrigens auch der Grund, warum es bei Dalwhinnie keine jĂŒngeren AbfĂŒllungen gibt. In einer kĂŒrzeren Fasslagerungszeit wĂŒrde der unangenehme Brennereicharakter einfach nicht stark genug abgebaut werden.

Überblick ĂŒber die verschiedenen AbfĂŒllungen von Dalwhinnie

Bei Dalwhinnie bekommst du eine kleine, aber feine Auswahl an StandardabfĂŒllungen und immer wieder mal limitierte SonderabfĂŒllungen. Ein kurzer Überblick:

  • Dalwhinnie 15 Jahre
  • Dalwhinnie 25 Jahre
  • Dalwhinnie Winter‘s Gold
  • Dalwhinnie Winter’s Frost
  • Dalwhinnie Distillers Edition

Die beliebtesten Dalwhinnie Whiskys im Überblick

Dalwhinnie 15 Jahre

( Rezensionen)
Dalwhinnie 15 Jahre

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 43 %
  • Fassreife: 15 Jahre
Man kann nicht ĂŒber Dalwhinnie reden, ohne auf das absolute Highlight des Sortiments einzugehen, den Dalwhinnie 15. Er gehört zu den klassischen schottischen Whiskys und konnte als solcher auch schon einige Preise gewinnen. Hier ist vor allem die Goldmedaille bei der San Francisco World Spirits Competition von 2016 zu nennen.

Auch bei den KĂ€ufern erfreut sich der Dalwhinnie 15 fast durchweg großer Beliebtheit. Geschmacklich zeigt er harmonische AnklĂ€nge an Heidekraut und Torfrauch. Insgesamt ergibt sich ein mildes fruchtig-sĂŒĂŸes Geschmacksbild, das in den fĂŒr Dalwhinnie typischen langen Abgang ĂŒbergeht. Abgerundet wird das Gesamtbild durch den gĂŒnstigen Preis von etwa 35 Euro. Hier bekommst du einen wirklich erschwinglichen Whisky, der in deiner Hausbar durchaus etwas zentraler stehen kann. Viele KĂ€ufer heben lobend hervor, dass sie eine fĂŒr den Preis außerordentliche KomplexitĂ€t und Geschmacksharmonie herausschmecken.

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Dalwhinnie Winter’s Gold

( Rezensionen)
Dalwhinnie Winter’s Gold

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 43 %
  • Fassreife: 15 Jahre
Der Winter’s Gold gehört zu den SonderabfĂŒllungen von Dalwhinnie. Sie wird nur in der gleichnamigen Jahreszeit hergestellt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Worm Tubs von Dalwhinnie zu. Da sie sich im Freien befinden, kĂŒhlt das Destillat besonders schnell ab. Aus diesem Grund ist der Kupfereinfluss beim Winter’s Gold besonders gering und der Whisky hĂ€lt seine markante wohlig-warme Geschmackscharakteristik.

Beim Nosing entfaltet sich ein warm anmutendes Aroma, das Nuancen von Honig, braunem Kandis, etwas Orange und Aprikose entfaltet. Anfangs recht einfach gehalten geht der Nosing-Eindruck spĂ€ter noch in eine aromatisch-holzige Note ĂŒber.

Auch im Geschmack stehen die KandissĂŒĂŸe und der Karamell im Vordergrund. Hinzu kommen einige Pfeffer-, Holz- und Grasnoten, die dem Whisky eine spannungsreiche frische Bitterkeit verleihen. Der Abgang ist bei diesem Whisky eher kurz.

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Dalwhinnie Distillers Edition

( Rezensionen)
Dalwhinnie Distillers Edition

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 43 %
Der Dalwhinnie Distillers Edition merkt man ihre Highland-Heimat deutlich an. Deutlich entfalten sich hier beim Nosing Aromen von Heidekraut und Honig, die von Dunklen Beeren, Sherry und Trauben umschmeichelt werden. Im Geschmack treten dann die Eichennoten etwas deutlicher in den Vordergrund. Sie zeigen sich angenehm komplex und ĂŒben vor allem durch ihr Zusammenwirken mit KonfitĂŒre, Malz, Vanille und Rosinen einen ganz besonderen Reiz aus. Einsteiger schĂ€tzen diesen Whisky nicht zuletzt wegen seines milden Charakters. Er schmiegt sich angenehm weich an den Gaumen an. Einen aufdringlichen Brennerei-Charakter gibt es hier nicht.

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Die richtige Trinktemperatur fĂŒr einen Dalwhinnie-Whisky

Bei vielen Whisky-Marken kann man nicht ohne Weiteres Empfehlungen fĂŒr die Trinktemperatur geben. Die QualitĂ€tsstufen und Aromen sind einfach zu verschieden. Bei Dalwhinnie ist das hingegen möglich. Hier kann man als Tipp sagen. Beginne mit einer niedrigen Temperatur und steigere sie langsam.

In jĂŒngeren Whiskys sind die bereits angesprochenen Schwefelverbindungen noch relativ stark. Entsprechend ist der Körper des Whiskys wuchtiger. Hier solltest du die Temperatur auf 17 – 18 °C senken. Je Ă€lter der Whisky ist, desto höher sollte die Temperatur sein. FĂŒr den klassischen 15-jĂ€hrigen Dalwhinnie werden beispielsweise 20°C empfohlen.

Fazit

Dalwhinnie gehört zu den klaren Highlights unter den schottischen Whiskys. Mit seiner angenehm milden Textur und seiner fruchtig-warmen Geschmackskomposition erfreut er sich bei Kennern wie Einsteigern großer Beliebtheit. Preislich bewegen sich die AbfĂŒllungen in einem gĂŒnstigen Preisspektrum. FĂŒr unter 40 Euro bekommst du hier beispielsweise schon einen sehr soliden 15 Jahre alten Single Malt, der zu den beliebtesten Sorten der Welt gehört. FĂŒr Dalwhinnie-Neulinge ist das auch gleich der ideale Einstiegswhisky. Wir wĂŒnschen dir viel Spaß beim Probieren und Entdecken.

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