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Kanadischer Whisky – viel mehr als nur Rye

Kanadischer Whisky FĂŒr eine lange Zeit galt kanadischer Whisky als Geheimtipp. Dabei kann er durchaus mit den Erzeugnissen der großen Whisky-Nationen USA und Schottland mithalten. Und warum auch nicht? In Kanada gibt es alles, was fĂŒr die Herstellung eines hochwertigen Whiskys nötig ist: gutes Klima, große Getreidefelder und sauberes Wasser. Hier hat der fĂŒr den Geschmack so charakteristische Roggen alles, was er zum Reifen braucht.
Besonderheiten
  • Milde Aromen
  • Meistens Roggen enthalten
  • Herbe WĂŒrze

Kanadische Whiskys Test & Vergleich 2019

Kanadischer Whisky wird traditionell aus Roggen hergestellt. Er kann jedoch auch noch viele weitere Bestandteile beinhalten. In den meisten Canadian Whiskys ist heute zum Großteil Mais enthalten. Auch ZusĂ€tze von Obstwein, Sherry und FruchtsĂ€fte sind bis zu einem gewissen Grad erlaubt. Üblicherweise sind das bis zu 2 Prozent. Insgesamt ist die kanadische Gesetzgebung beim Thema Whisky deutlich offener, als es etwa in den USA oder Schottland der Fall ist. Hier darf ein Whisky auch dann noch als Rye oder Canadian Rye verkauft werden, wenn er nur sehr wenig oder ĂŒberhaupt keinen Roggen enthĂ€lt.

Eine Voraussetzung besteht lediglich darin, dass der Whisky fĂŒr mindestens vier Jahre in HolzfĂ€ssern gelagert wird.

Verschiedene Arten von kanadischem Whisky

GrundsĂ€tzlich lassen sich Canadian Whiskys in zwei Sorten unterteilen: Straight und Blended. Straight bedeutet, dass das Destillat nur aus einem Getreide besteht. Bei einem Blended Whisky setzt sich das Destillat aus mehreren Getreidesorten zusammen. Bei kanadischen Whiskys handelt es sich ĂŒberwiegend um die zweite Kategorie. Deshalb spricht man hier meistens auch gleich von Blended Canadian.

Den meisten kanadischen Whiskys gemein ist ihre helle Farbe. Die kommt daher, dass keine kĂŒnstlichen Farbstoffe hinzugegeben werden und dass die Abmischungen besonders rein sind. Höchstens geringe Anteile von Frucht- und WeinzusĂ€tzen werden spĂ€ter noch hinzugegeben.

Anbei ein kurzer Überblick ĂŒber die wichtigsten Sorten.

WhiskyartBeschreibung
Rye WhiskyWird auf Roggenbasis hergestellt. Mittlerweile gilt diese Sorte als Inbegriff des kanadischen Whiskys, auch wenn Rye Whisky auch dann diese Bezeichnung tragen darf, wenn er ĂŒberhaupt keinen Roggen enthĂ€lt.

Geschmacklich zeichnet er sich durch seine Leichtigkeit, aber auch durch eine gewisse WĂŒrze aus. Vergleichen mit den Whiskeys aus der USA hat er eine weichere und anschmiegsamere Geschmackscharakteristik.

Corn WhiskyBesteht aus Mais. In Kanada ist dies ein besonders beliebter Rohstoff fĂŒr die Whisky-Produktion. Der Mais macht den Whisky nĂ€mlich besonders weich und sĂŒĂŸ. Allein wird er allerdings nur selten eingesetzt. In den meisten FĂ€llen wird er bei der Herstellung von Blends genutzt.
Malt WhiskyWirst du in Kanada nur relativ selten finden. Er wird nur in einigen wenigen Brennereien in Gegenden mit starkem schottischem Einschlag gebrannt. Hier ist vor allem der Glen Breton aus Neuschottland zu nennen.
Blended WhiskyDiese Sorte macht den Großteil der kanadischen Whisky-Produktion aus. Die große geschmackliche Vielfalt ergibt sich hier aus den unterschiedlichen MischungsverhĂ€ltnissen von Roggen, Mais, Gerste und Weizen.

Die Geschichte hinter dem Erfolg

Die Geschichte des kanadischen Whiskys begann im 18. Jahrhundert in QuĂ©bec und Ontario. Hier entstanden rund um den großen See die ersten Brennereien. Manchen Quellen zufolge wurde die erste Destillerie 1796 von William Henry in Manitoba gegrĂŒndet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in QuĂ©bec auch schon einige Zeit vorher Whisky produziert wurde. Eine gut entwickelte Rum-Destillation gab es nĂ€mlich schon. So dauerte es gar nicht lange, bis die Herstellung von Whisky so richtig anlief.

So gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits 200 Destillerien. WĂ€hrend der Prohibition waren es vor allem Schoten und Kanadier, die Whisky in die USA schleusten. Nach der Prohibition war der kanadische Whisky dann soweit angenommen worden, dass Amerikaner noch heute mehr kanadische als eigene Marken konsumieren.

Die erste kommerzielle Whisky-Brennerei entstand im Jahre 1821. Sie wurde von John Molson gegrĂŒndet. NatĂŒrlich gab es neben ihm auch noch zahlreiche weitere Pioniere. Einen richtig großen Durchbruch konnte der kanadische Whisky allerdings erst ein halbes Jahrhundert spĂ€ter verbuchen. Zu den wichtigsten Pionieren sind Jospeh E. Seagram, Hiram Walker, William Gooderham und Henry Corby zu nennen.

Die wichtigsten Whisky-Regionen

Kanada weist eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig große Dichte an Destillerien auf. Die sind nicht an wenigen Orten konzentriert wie in den USA, sondern verteilen sich ĂŒber das ganze Land. Die wichtigsten Regionen haben wir dir hier einmal aufgelistet.

QuĂ©bec – die AnfĂ€nge des kanadischen Whiskys

QuĂ©bec ist die grĂ¶ĂŸte kanadische Provinz. Die Bevölkerung konzentriert sich hier vor allem auf die StĂ€dte. Die Randregionen sind eher dĂŒnn besiedelt. FrĂŒher war QuĂ©bec einer der zentralen Orte, wenn es um Whisky-Produktion in Kanada ging. Denn hier standen die zwei wichtigsten Brennereien des Landes: BeauprĂ© und LaSalle. Beide waren ganz wesentlich daran beteiligt, die wĂ€hrend der Prohibition in den USA bestehende VersorgungslĂŒcke zu schließen. Heute gibt es in QuĂ©bec nur noch eine Brennerei: Vallyfield Shaney.

Ontario – idyllisch und vielfĂ€ltig

Ontario ist die Region Kanadas mit den meisten Einwohnern. Hier liegt mit Toronto außerdem die grĂ¶ĂŸte und bedeutendste Stadt des Landes. FĂŒr viele Whisky-Pioniere war die Gegend vor allem wegen ihres großen Seenreichtums so interessant. So stand hier immer ausreichend Wasser fĂŒr die Produktion zur VerfĂŒgung. Wichtige Brennereien sind Kittling Ridge, Canadian Mist und Walkerville.

Nova Scotia – erste Adresse fĂŒr Scotch-Liebhaber

Nova Scotia ist lateinisch und bedeutet ĂŒbersetzt Neu-Schottland. Hierbei handelt es sich um die zweitkleinste Provinz des Landes. Hier gibt es nur eine einzige Destillerie. Die hat es aber in sich. Das erkennt man schon an der Landschaft, die ihren Namen nicht zu Unrecht trĂ€gt. Sie erinnert ganz deutlich an Schottland. Da ist es auch kein Wunder, dass die schottische Whiskey-Tradition hier einen ganz besonderen Stellenwert hat. Viele Einwohner haben schottische Wurzeln

Wer einen echten Malt Whiskey in schottischer Tradition genießen will, ist auf der Insel Cape Breton Island genau richtig.

Manitoba – genau das richtige Whisky-Wetter

Die Provinz Manitoba befindet sich ganz im Osten von Kanada. Auch hier gibt es nur eine dĂŒnne Besiedlung, die vor allem von britischen, französischen, polnischen, ukrainischen und philippinischen Einwanderern abstammt. Etwa die HĂ€lfte der Bewohner lebt in der Stadt Winnipeg. Diese Gegend zeichnet sich durch ein ganz besonderes Klima aus. Hier folgen auf heiße Sommer sehr kalte Winter. Diese klimatischen Bedingungen verleihen dem hier angebauten Whisky seine ganz besondere Note.

Ein weiterer Grund fĂŒr den Erfolg der Whisky-Szene von Manitoba ist die dort ansĂ€ssige Landwirtschaft. Hier gibt es einen umfangreichen Getreideanbau, wodurch alle fĂŒr die Whisky-Brennerei notwendigen Ressourcen jederzeit zur VerfĂŒgung stehen. Da ist es kein Wunder, dass die in Winnipeg ansĂ€ssige Destillerie Gimli die grĂ¶ĂŸte Brennerei des Landes ist. Auch die Maple-Leaf-Brennerei ist in Winnipeg ansĂ€ssig.

Alberta – Whisky-Brennen vor monumentaler Kulisse

Im Westen Kanadas an der Grenze zu British Columbia befindet sich die Provinz Alberta. Sie wurde vor allem durch die Ansiedlung vieler Ölfirmen und die olympischen Winterspiele groß. Doch in Alberta gibt es auch viele Getreideanbaugebiete, weshalb sich hier auch einige erfolgreiche Whisky-Brennereien ansiedeln konnten. Nicht unbeteiligt daran sind auch die AuslĂ€ufer der Rocky Mountains, die reines Wasser fĂŒr die Herstellung bereitstellten.

British Columbia – klein, aber fein

Noch weiter im Westen befindet sich British Columbia. Die grĂ¶ĂŸte und bekannteste Stadt der Gegend ist Vancouver. Hier haben sich mit der Zeit ein florierender Tourismus und bunte Bevölkerung entwickelt. Whisky-Brennereien sind in der Gegend zwar nicht so stark reprĂ€sentiert, ganz ohne die beliebte Spirituose muss die Region aber auch nicht auskommen. Hier ist immerhin noch die Brennerei Potter aktiv.

Die bekanntesten Whisky-Brennereien Kanadas

HerstellerBesonderheiten
Gimli Distillery
  • In Gimli am Lake Winnipeg gelegen
  • Region Manitoba
  • 1968 von Sam Bronfman erbaut
  • Beliebte Marken: 7 Crown, Adam’s Antique 10 YO, Canadian Hunter, Five Star, VO Gold
Black Velvet Distillery
  • In Lethbridge, Alberta gelegen
  • Zwei Brennereien; eine neue (1973) und eine alte (1932)
  • Hauptmarke gehört zu den fĂŒnf wichtigsten kanadischen Whiskys
  • Beliebte Marken: Red Velvet, Golden Velvet, Royal Velvet, McMasters
Canadian Mist
  • In Collingwood, am Lake Superior gelegen
  • 1967 von Barton Brands erbaut
  • Bis 1988 war Canadian Mist der beliebteste Canadian Whisky der Vereinigten Staaten
  • Beliebte Marken: Canadian Mist 3 Jahre, Canadian Mist 4 Jahre, Canadian Mist 1885 Special Edition

NatĂŒrlich gibt es noch viele weitere Brennereien, die hochwertigen kanadischen Whisky herstellen. Eine kleine Auswahl davon haben wir dir hier auch nochmal zusammengestellt:

  • Cascadia Distillery
  • Wiser’s
  • Kittling Ridge
  • Glenora Distillery
  • Urban Distiller
  • Artisan Distillery
  • Pemberton Distillery
  • Victoria Spirits
  • Yukon Spirits

Ein paar beliebte kanadische Whiskys zum Einsteigen

Crown Royal Whisky

( Rezensionen)
Crown Royal Whisky

Besonderheiten

  • Kategorie: Blended Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
Der Crown Royal Whisky ist ein Blend, der von Seagram hergestellt wird. Hier bekommst du einen preiswerten Einstieg in die Produktpalette geboten. Und fĂŒr seinen gĂŒnstigen Preis weiß er auch mit seinem Geschmack zu ĂŒberzeugen. Von Liebhabern wird der Crown Royal als mild und weich beschreiben, wobei dem Abgang eine ausgeprĂ€gte wĂŒrzige QualitĂ€t innewohnt, die aber Einsteiger auch nicht ĂŒberfordert. Auch wird angemerkt, dass der Whisky sehr gut mit Eis getrunken werden kann, ohne dass er verwĂ€ssert.

Hinzu kommt ein besonders raffiniertes Verpackungsdetail. Die Flasche wird nÀmlich in einem weichen Samtbeutel ausgeliefert. Damit eignet sich dieser Whisky auch sehr gut als Geschenk.

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Canadian Club Classic Whisky 12 Jahre

( Rezensionen)
Canadian Club Classic Whisky 12 Jahre

Besonderheiten

  • Kategorie: Blended Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Altersklasse: 12 Jahre
Der Canadian Club Classic Whisky gehört ganz klar zu den Klassikern aus dem Sortiment von Beam Deutschland. Von anderen Blended Whiskys unterscheidet er sich vor allem durch seine Vielfalt an Zutaten. Hier kommen, Roggen, Weizen, Gerste, Mais –mal gemĂ€lzt, mal ungemĂ€lzt – zum Einsatz.

Aromatisch und geschmacklich weist der Canadian Club Classic Whisky 12 Jahre ein relativ wĂŒrziges Profil auf. Herausgeschmeckt werden hier unter anderem Noten von LebkuchengewĂŒrz. Insgesamt wird dem Geschmack eine eher exotische Charakteristik bescheinigt. Dabei zeigt er sich durchaus ein wenig exotisch und eigenwillig. Der Geruch des Canadian Club hat eine eher sĂŒĂŸe Note. Du solltest ihn immer erst ein wenig stehen lassen, sodass der Alkoholgehalt verfliegt

Abgerundet wird das Gesamtbild durch den gĂŒnstigen Preis. Hier bekommst du fĂŒr unter 20 Euro eine gute ErgĂ€nzung fĂŒr deine Hausbar geboten.

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Old Canada McGuiness

( Rezensionen)
Old Canada McGuiness

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
Dieser liebliche Single Malt stammt aus der 1858 gegrĂŒndeten Destillerie McGuiness. Er wird aus Roggen in Pot Stills destilliert, wodurch er sich durch eine feine WĂŒrze und eine gewisse Leichtigkeit auszeichnet.

Kenner beschreiben, dass dieser Whisky eher nichts fĂŒr Neueinsteiger ist. HierfĂŒr sind sein sehr erhitzender und scharfer Geschmack sowie sein kantiges Erscheinungsbild verantwortlich. Du solltest also durchaus schon etwas stĂ€rkere Whiskys gewöhnt sein, wenn du dich an den Old Canada McGuiness herankostest.

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Canadian Club Blended Canadian Whisky

(20 Rezensionen)
Canadian Club Blended Canadian Whisky

Besonderheiten

  • Kategorie: Blended Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Fassreife: 3 Jahre
Dieser Whisky zeichnet sich durch ganz besondere Lagerbedingungen aus. Er wird vor der Lagerung nĂ€mlich in amerikanischen EichenfĂ€ssern verschnitten, wodurch ein ganz spezielles Aroma entsteht. Von KĂ€ufern wird er als angenehm mild und weich beschrieben, sodass er auch von Einsteigern gut genossen werden kann. Außerdem hat er einen besonders gĂŒnstigen Preis.

Der Canadian Club Blended Canadian Whisky wurde ĂŒbrigens schon mit vielen Auszeichnen geehrt. Hier sind unter anderem die Silbermedaille bei der International Wine & Spirit Competition IWSC 2012 und der Award of Excellence bei den Canadian Whisky Awards 2010 zu nennen.

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Fazit

Kanadischer Whisky ist etwas fĂŒr dich, wenn dir schottischer Whisky zu rauchig und Bourbon etwas zu scharf ist. Hier bekommst du einen guten weichen Mittelweg geboten, der vor allem mit seinen wĂŒrzigen und herzhaften Aromen zum Entdecken einlĂ€dt. Weiterhin punktet kanadischer Whisky mit seiner VielfĂ€ltigkeit. Hier ist nĂ€mlich absolut nicht gesagt, dass jede Sorte nur aus Roggen besteht. Es gibt unterschiedlichste Variationen mit verschiedenen Anteilen an Mais, Gerste und auch Weizen. ZusĂ€tzliche Abwechslung kommt hinzu, dass bei kanadischem Whiskey bis zu 2 Prozent FruchtsĂ€fte und Wein hinzugegeben werden können. Hier bekommst du also immer wieder etwas Neues zu entdecken. Wir wĂŒnschen dir viel Spaß dabei!

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