Cookies

Cookie-Nutzung

Single Malt Scotch – die Königsdisziplin des Whiskys

Single Malt Scotch Du willst beim Thema Whisky den nÀchsten Schritt gehen und dich in die Welt des gehobenen Genusses vorwagen? Dann ist der Single Malt Scotch der nÀchste logische Schritt. Hier bekommst du eine Aromavielfalt geboten, die dich immer wieder zum Staunen bringen wird. Doch wo soll man anfangen? Und was ist der Unterschied zwischen einem Highland- und einem Speyside-Scotch? Diesen und anderen Fragen wollen wir im Folgenden einmal nachgehen.
Besonderheiten
  • In Schottland gebraten
  • Aus einer einzigen Brennerei
  • Komplexe Aromen
  • Über Torffeuer gedarrt

Beliebte Single Malt Scotchs 2019

Der Single Malt Scotch gehört ganz klar zu den Favoriten der meisten Whisky-Liebhaber. Und das ist auch kein Wunder. Schließlich handelt es sich hier um die traditionsreichste und geschmacklich vielfĂ€ltigste Sorte. In diesem einleitenden Abschnitt wollen wir uns einmal genauer anschauen, wodurch sie sich auszeichnet und wie ihr markanter rauchiger Geschmack zustande kommt.

Die Herstellung von Single Malt Scotch

Damit ein Whisky als Single Malt Scotch bezeichnet werden darf, muss er drei Bedingungen erfĂŒllen. ZunĂ€chst einmal darf als Getreide ausschließlich ungemĂ€lzte Gerste verwendet werden. Weiterhin muss der Whisky aus einer einzigen Brennerei stammen. Es darf sich also nicht um einen Verschnitt wie einen Blend handeln, der aus verschiedenen Sorten gemischt wird. Zu guter Letzt muss er in Schottland hergestellt werden.

Auch bei der Herstellung gibt es einige Besonderheiten. GrundsĂ€tzlich unterscheidet man dabei die Arbeitsschritte MĂ€lzen, Brauen, Brennen, Reifen und AbfĂŒllen.

Das MĂ€lzen

Der Name Single Malt stammt von dem Gerstenmalz, das bei der Herstellung verwendet wird. Malz entsteht, wenn Gerste ein paar Tage lang in Quellwasser eingeweicht wird und die aufgequollene Gerste auf großen FlĂ€chen ausgelegt und regelmĂ€ĂŸig gewendet wird. Dabei entstehen Enzyme, durch die die enthaltene StĂ€rke in Doppel- und Einfachzucker wie Malz- und Traubenzucker umgewandelt wird.

Anschließend kommt Hitze hinzu. So wird der Keimvorgang gestoppt und es wird verhindert, dass der entstehende Keim den entstandenen Zucker gleich wieder verbraucht. Gleichzeitig sorgt die Hitze dafĂŒr, dass die Enzyme den Hauptteil der StĂ€rke bestmöglich in Zucker umsetzen können. Den Vorgang selbst bezeichnet man als Darren. Bei Single Malt Scotch wir hierbei ĂŒblicherweise Torf verbrannt, wodurch das typische rauchige Aroma entsteht.

Da die entstandenen Malzkörner aber immer noch eine gewisse Restfeuchte haben, können sie nur in sehr eingeschrĂ€nktem Maß gelagert werden. Deshalb muss nun schnell die Weiterverarbeitung in der Destillerie erfolgen.

Das Brauen

Im nĂ€chsten Schritt wird das Gerstenmalz gereinigt und zu Schrot gemahlen. Das Malzschrot fĂŒllt man in große Bottiche, in denen es mit erhitztem Wasser aus der Region ĂŒbergossen wird. Das fĂŒhrt dazu, dass sich die Zucker und andere Bestandteil herauslösen. Nicht benötigte Bestandteile wie Fette, Eiweiße und Ballaststoffe werden herausgefiltert und als Viehfutter verwendet.

Zur Abtötung unerwĂŒnschter Mikroorganismen kocht man die WĂŒrze zunĂ€chst auf. Man fĂŒllt sie in große GĂ€rbottiche (wash backs) und bringt sie nach der Zugabe von speziellen Hefen zum GĂ€ren. Teilweise vergĂ€rt der Zucker wĂ€hrend dieses Vorgangs in Alkohol. Dabei entsteht eine BrĂŒhe (wash), die einen Alkoholgehalt von 6 – 10 Prozent hat. Bis hierhin entspricht die Herstellung von Whisky im Wesentlichen noch der des Bieres.

Das Brennen

Der wesentliche Unterschied zum Bierbrauen besteht in der Verdampfung, die sich an die HefegĂ€rung anschließt. Dieser Destillationsschritt findet in Brennblasen aus Kupfer statt (pot stills). ZunĂ€chst wird die wash in die erste Brennblase gefĂŒllt, wo sie langsam erhitzt und zum Sieden gebracht wird. Die dabei entstehenden heißen DĂ€mpfe fĂŒhrt man durch einen KĂŒhler, der aus wassergekĂŒhlten Kupferrohren besteht. Dort kondensieren sie, wodurch ein Rohbrand mit einem Alkoholgehalt von etwa 18 – 24 % entsteht.

Im anschließenden Schritt erfolgt eine Zwischenlagerung. Danach leiten die Brenner den Rohbrand in eine zweite Brennblase weiter, wo er ein weiteres Mal erhitzt wird und an den BrennblasenwĂ€nden kondensiert. Dabei kommt es zur Entstehung eines sogenannten Vorlaufes (auch foreshot oder head). Der wird vom Brennmeister abgetrennt. Er enthĂ€lt nĂ€mlich zu viel Ester, Methanol und Aldeyhde. FĂŒr den Brenner ist nur der Mittellauf (middle cut) interessant. Er hat einen Alkoholgehalt von 65 – 70 %. In der Regel wird dann auch noch der Nachlauf abgetrennt, weil er einen hohen Anteil an Fuselölen enthĂ€lt.

Reifung und Finish

Bis hierhin ist die Herstellung praktisch identisch mit der Wodka-Produktion. Doch woher stammen nun der markante Geschmack und die gelblich- bis rötlich-braune FĂ€rbung? Ganz einfach! Die kommen vom nĂ€chsten Schritt – der Fasslagerung. Das beim Brennen entstandene Destillat gelangt als NĂ€chstes in HolzfĂ€sser, wo es ganze drei Jahre lang gelagert wird. Welche Holzsorte dabei genutzt werden darf, ist in Schottland und den USA vorgeschrieben. Hier muss es Eiche sein. In manchen europĂ€ischen LĂ€ndern sind aber auch andere Sorten zugelassen. Hier verwendet man zum Beispiel auch gerne Kastanie.

Im Fass laufen zwei verschiedene Prozesse ab, die subtraktive und die additive Reifung. Bei der Subtraktion werden die Stoffe gebunden, die man nicht im fertigen Whisky haben will. Bei der additiven Reifung nimmt der Brand Aromen aus dem Holz auf. Das ist auch der Grund dafĂŒr, dass Ă€ltere Whiskys hĂ€ufig deutlich aromatischer und komplexer schmecken.

Ein weiterer Grund besteht im sogenannten angels share. So nennt man den Anteil des Whiskys, der wÀhrend der Einlagerung verdunstet. Das können durchaus mehrere Prozent des Fassinhalts pro Jahr sein.

Finishing bedeutet, dass der Whisky nach ein paar Jahren in neue FĂ€sser eingefĂŒllt wird. Das macht man, um ihm neue Geschmacksnuancen und ein komplexeres Aromaprofil zu verleihen. Meistens kommen dabei FĂ€sser zum Einsatz, in denen zuvor andere AbfĂŒllungen gelagert wurden. Das können beispielsweise Rum-, Portwein-, Madeira-, Weiß- und RotweinfĂ€sser sein.

Verschnitt und AbfĂŒllung

Zu guter Letzt muss der Whisky natĂŒrlich noch in die Flaschen. Die meisten AbfĂŒller verschneiden dafĂŒr mehrere FĂ€sser miteinander. Auf diese Weise soll chargenĂŒbergreifend ein einheitliches Geschmacksbild gewĂ€hrleistet werden. Vor der AbfĂŒllung fĂŒhrt man teilweise auch noch eine Kaltfiltrierung durch, um TrĂŒbstoffe zu entfernen und dem Whisky seine markante klare FĂ€rbung zu verleihen. Ein Nachteil besteht hier allerdings darin, dass auch Aromen verloren gehen.

Vor der AbfĂŒllung wird dem Whisky außerdem noch Wasser hinzugegeben, um ihn auf einen trinkbaren Alkoholgehalt von 40 – 46 % zu reduzieren.

Was bedeutet eigentlich die Bezeichnung Single Malt?

Ein Scotch darf nur dann als Single Malt bezeichnet werden, wenn die in der EndabfĂŒllung enthaltenen Malts alle aus einer einzigen Brennerei stammen. Unter diesem Gesichtspunkt stellt er also das Gegenteil des Blends dar, bei dem verschiedene Whiskys aus unterschiedlichen Brennereien vermischt werden. Nicht ausgeschlossen ist allerdings die Mischung mehrerer Fassinhalte aus einer Brennerei. Das tut man ĂŒblicherweise, damit sich die verschiedenen Aromen der FĂ€sser angleichen und verbinden. So wird eine gleichbleibende GeschmacksqualitĂ€t sichergestellt.

So schmeckt der Single Malt Scotch

Wie bereits kurz angesprochen handelt es sich bei Single Malt Scotch um das absolute Highlight im Whisky-Segment. So viele komplexe Aromen wie hier findet man bei Blends bei Weitem nicht. Dabei ist es vor allem die markante rauchige Note, die den Single Malt Scotch zu etwas so Besonderem macht. Sie kommt durch das Darren ĂŒber Torffeuer zustande. Damit geht aber auch einher, dass der Genuss von gutem Single Malt Scotch durchaus etwas anspruchsvoller ist. Hier solltest du schon ein wenig Erfahrung mitbringen. Ansonsten kann es passieren, dass du die geschmacklichen Besonderheiten unter den doch recht dominanten Rauchnoten nicht herausschmeckst.

DarĂŒber hinaus ist der Geschmack immer auch davon abhĂ€ngig, aus welcher Region der Single Malt stammt. Die berĂŒhmtesten Brennereistandorte Schottlands sind die Highlands, Speyside, die Lowlands und die Insel Isley. Die Whiskys aus der Highland-Region zeichnen sich beispielsweise durch ihre sehr rauchige WĂŒrze in Kombination mit maritimen Salz-Aromen aus. Die Speyside-Whiskys hingegen sind ein wenig weicher und samtiger. Auch sind die Torfnoten hier nicht ganz so im Vordergrund. Wenn du also einen dezenten Einstieg in die Welt des Single Malt Scotch suchst, kannst du es hier einmal probieren.

Beliebte Hersteller von Single Malt Scotch

BrennereienBesonderheiten
Lagavulin
  • GegrĂŒndet 1816
  • Sitz auf der schottischen Hebrideninsel Islay
  • Teil des Diageo-Konzerns
  • Beliebte Sorte: Lagavulin 16 Jahre
Highland Park
  • GegrĂŒndet 1798
  • Brennerei befindet sich auf den Orkney-Inseln
  • Beliebte Sorten: Highland Park 12 Jahre, Highland Park 18 Jahre
Glenfiddich
  • GegrĂŒndet 1886
  • Brennerei befindet sich in Dufftown in Schottland
  • Gehört zu den grĂ¶ĂŸten Single-Malt-Herstellern in ganz Schottland
  • Beliebte Sorten: Glenfiddich 12, 15, 18 und 21 Jahre

Weitere beliebte Hersteller:

  • Dalwhinnie
  • Loch Lomond
  • Aberlour
  • Bowmor
  • Bunnabhain
  • Jura
  • Glenmorangie

3 verschiedene Single Malt Scotch zum Ausprobieren

The Glenrothes Select Reserve Speyside

( Rezensionen)
The Glenrothes Select Reserve Speyside

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Scotch
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 43 %
  • Fassreife: 2 Jahre
Wenn du einen ersten Blick in die Speyside-Region werfen willst, ist der Glenrothes Select Reserve eine gute Wahl. Das liegt natĂŒrlich zunĂ€chst einmal an seinem gĂŒnstigen Preis. Doch auch sein Duft und sein Geschmack sind nicht von schlechten Eltern. Beim Nosing entfalten sich Aromen von Vanillepudding. Wenn man ihn ein wenig atmen lĂ€sst, kommen Tendenzen von FrĂŒchten zum Vorschein.

Geschmacklich zeigt sich der Glenrothes Reserve schon ein wenig schĂ€rfer. Hier werden von KĂ€ufern ein paar spritlastige Noten herausgeschmeckt. Hier schmeckst du einfach, dass es noch ein relativ junger Whisky ist. FĂŒr seinen gĂŒnstigen Preis ist das aber absolut zu verschmerzen

Amazon.de
36,90 €
inkl 19% MwSt

Laphroaig Quarter Cask

( Rezensionen)
Laphroaig Quarter Cask

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Scotch
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 48 %
  • Fassreife: 7 Jahre
Der Laphroaig Quarter Cask weist eine fĂŒr einen schottischen Whisky ungewohnt hohe Dichte an samtigen und weichen Aromen auf. Das kommt vor allem daher, dass er in ehemaligen Bourbon-FĂ€ssern gelagert wird und deren typische mildere und fruchtigere Noten aufnimmt. Gleichzeitig weist er natĂŒrlich aber auch die fĂŒr einen Scotch typische Rauchigkeit auf, die ein spannungsreiches Zusammenspiel der Aromen entfaltet. Hier sind auch die feinen Salztendenzen zu nennen, die ganz klar auf die schottische Seeluft zurĂŒckzufĂŒhren sind.

Von vielen KĂ€ufern wird er als ein guter Einsteiger-Whisky aus dem Hause Laphroaig bezeichnet. Das liegt unter anderem daran, dass er doch ein gutes StĂŒck zugĂ€nglicher ist als der 10-jĂ€hrige Cask. Als etwas negativ wird von einigen KĂ€ufern die enthaltene SĂŒĂŸe hervorgehoben. Hier hast du doch ein paar fruchtige Aromen mehr, als es sonst fĂŒr einen schottischen Whisky ĂŒblich ist. Hier handelt es sich aber um eine Geschmacksfrage. Probiere es also ruhig einmal aus. Bei dem gĂŒnstigen Preis fĂŒr diese Altersklasse kannst du nichts falsch machen

Amazon.de
26,99 €
inkl 19% MwSt

Bunnahabhain 12 Jahre

( Rezensionen)
Bunnahabhain 12 Jahre

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Scotch
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 46,3 %
  • Fassreife: 12 Jahre
Unser nĂ€chster Single Malt Scotch ist schon etwas Ă€lter. Mit seinen 12 Jahren gehört der Bunnahabhain zur gehobenen Kategorie. Dabei ist er mit einem Preis von unter 40 Euro noch ziemlich gĂŒnstig und auch fĂŒr den kleinen Geldbeutel geeignet. Hinzu kommt ein angenehm vielseitiger Geschmack. Aus dem Bunnahabhain schmeckst du eher leichtere Rauchnoten, aber auch sĂŒĂŸe Noten und eine dezente EichenwĂŒrze heraus. Hinzu kommen Nuss- und Schokoladennoten, die in einem relativen langen Nachklang mĂŒnden.

Eine Besonderheit des naturfarbenen Islays besteht darin, dass er nicht kĂŒhlfiltriert wird. Durch diese Herstellungsweise sind hier noch besonders viele Aromen enthalten. Hinzu kommen Besonderheiten bei der Lagerung. Der Bunnahabhain 12 Jahre wird in ehemaligen Sherry- und Bourbon-FĂ€ssern gelagert, wodurch er seine ganz eigene Frische und SĂŒĂŸe aufweist.

Amazon.de
38,99 €
inkl 19% MwSt

Fazit

Wir hoffen, unser kleiner Ausflug in die Welt des Single Malt Scotch hat dir Spaß gemacht. Wie du gesehen hast, bekommst du hier eine große Bandbreite an Geschmackskombinationen geboten, die vor allem Kenner herausfordern. Aufgrund der markanten rauchigen Noten ist es hier nĂ€mlich oft gar nicht so einfach, ein GespĂŒr fĂŒr die verschiedenen aromatischen Nuancen zu bekommen. Wenn man aber erst einmal das nötige FeingefĂŒhl entwickelt hat, tut sich eine bunte Welt an GeschmĂ€ckern auf, die man bei Sorten wie dem Blend vergeblich sucht.

Inhaltsverzeichnis

nach oben