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Glenmorangie: Whisky aus dem stillen Tal

Glenmorangie Es gibt einige Single-Malt-Brennereien, die sind jedem Kenner ein Begriff, sei es durch Besonderheiten bei der Destillation und der Lagerung oder durch innovative Geschmackskombinationen. Eine solche Brennerei aus dem Herzen Schottlands wollen wir uns heute einmal genauer ansehen – Glenmorangie. Hier erfĂ€hrst du, wodurch sich die unverwechselbaren Brennblasen der Destillerie auszeichnen und wodurch das markante fruchtige Aroma der Single Malts entsteht.
Besonderheiten
  • Milde fruchtige Aromen
  • Große Bandbreite an JahrgangsabfĂŒllungen
  • RegelmĂ€ĂŸige limitierte Sondereditionen
  • Beliebteste Sorte: Glenmorangie 10 Jahre

Glenmorangie Test & Vergleich 2019

Glenmorangie kommt aus dem GĂ€lischen und bedeutet „Tal der großen Wiesen“ oder „Tal der Ruhe“. Der Name ist an die Ortschaft Tain in den Northern Highlands von Schottland angelehnt. Hier entstand die Brennerei. Im Folgenden wollen wir uns ihre Geschichte mal etwas genauer ansehen.

Die Geschichte von Glenmorangie

Die Geschichte von Glenmorangie ist eng mit dem namengebenden Ort verflochten. Bereits in der Zeit von 1700 gibt es hier Belege fĂŒr illegales Whiskybrennen und schon im Mittelalter wurde hier Alkohol produziert.

Die Whisky-Produktion von Glenmorangie begann im Jahr 1843, als das Unternehmen von William Matheson gegrĂŒndet wurde. Auf dem GelĂ€nde der heute bekannten Brennerei wurde schon zuvor Bier gebraut. Richtig durchstarten konnte sie aber erst mit der Erfahrung, die Matheson aus der in der NĂ€he gelegenen Balblair-Destillerie mitbrachte. Die Whisky-Produktion begann im Jahr 1849. Von Anfang an setzte man dabei auf spezielle Techniken wie besonders hohe Brennblasen (worauf wir gleich noch genauer eingehen). Durch sie erinnert das Innere der Brennerei fast schon an eine Kathedrale.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Glenmorangie-Erfolgs, war der Weitblick, mit dem Matheson und seine Nachfolger sich auf dem Markt positionierten. So exportierte man den Whisky schon frĂŒh weiter als in die nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Stadt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte man bereits LiefervertrĂ€ge bis in die USA. So fand der Glenmorangie seinen Weg beispielsweise schon 1880 in den Rotary Club von San Francisco. So wurde der Grundstein fĂŒr den Erfolg eines der beliebtesten Single Malts der Welt gelegt.

Hohe Brennblasen fĂŒr einen leichten Geschmack

Bei der Herstellung des Glenmorangie-Whiskys ist einiges anders als bei anderen Brennereien. Das gilt zunĂ€chst einmal fĂŒr die Brennblasen. Bei Glenmorangie wird in den höchsten Pot-Still-Brennblasen Schottlands destilliert. Sie haben eine beeindruckende Höhe von 5,14 Metern. Die ist auch ein Grund fĂŒr die Milde, Weichheit und Eleganz der Glenmorangie-Whiskys. Beim Brennen steigen nĂ€mlich nur die reinsten und leichtesten alkoholischen DĂ€mpfe in der Brennblase bis ganz nach oben. Dadurch machen die entstehenden Single Malts einen besonders klar strukturierten Eindruck.

Das Produktionsvolumen von Glenmorangie ist mehr als beachtlich. Über sechs Millionen Liter werden hier jĂ€hrlich hergestellt. Möglich wird dies durch die große KapazitĂ€t der Brennblasen. Bei Glenmorangie kommen zwölf davon zum Einsatz, sechs Wash Stills und sechs Spirit Stills. Die KapazitĂ€t der Wash Stills belĂ€uft sich auf 11.400 Liter. Bei den Spirit Stills sind es 8.200 Liter.

Frisches Wasser und Eiche

Ein weiterer wichtiger Faktor fĂŒr den Geschmack des Whiskys ist die Wasserversorgung. Das Wasser entspringt den nahe der Brennerei gelegenen Tarlogie Springs. Das Wasser ist besonders frisch und mineralreich, wodurch der Whisky eine sehr frische Komponente bekommt.

FĂŒr die Frische und Eleganz der Whiskys sind weiterhin die verwendeten EichenfĂ€sser verantwortlich. Gemeinsam mit ihrer ehemaligen Tochterbrennerei Glen Moray machte Glenmorangie frĂŒh die Maturation zu einem Thema. Schon weit vor vielen anderen Brennereien bereisten Mitarbeiter die Destillerien aller Welt, um die besten FĂ€sser zu finden. Hier sind vor allem die BemĂŒhungen von Dr. Bill Lumsden hervorzuheben, der den Titel Director of Distilling and Whisky Creation innehat und fĂŒr erfolgreiche Entwicklungen wie die Private Edition Series verantwortlich ist. WĂ€hrend Mitte des 20. Jahrhunderts noch 93 % der schottischen Whiskys in ehemaligen Bourbon-FĂ€ssern gelagert wurden, ging man bei Glenmorangie neue Wege und brauchte Rum-, Calvados-, Sherry- und PortweinfĂ€sser in die Produktion ein.

Bei Glenmorangie verwendet man hauptsĂ€chlich amerikanische EichenfĂ€sser. Der Rohbrand kommt zunĂ€chst fĂŒr 10 Jahre in First-Fill-BourbonfĂ€sser. Im Anschluss erfolgt das Finisch in Sherry-, Portwein- und SauternesfĂ€sser. So entsteht eine stark ausgeprĂ€gte geschmackliche Varianz. Die QualitĂ€t des Geschmacks erhöhte man weiterhin, indem man die FĂ€sser ab 2010 nur noch zwei und nicht wie frĂŒher drei Mal wieder verwendete.

Eine weitere Besonderheit bei der Lagerung besteht darin, dass bei Glenmorangie noch sehr viele LagerhÀuser mit Erdboden zum Einsatz kommen (dunned warehouses). So entsteht das typische bodenstÀndige erdige Aroma der Whiskys.

Geschmackliche Besonderheiten des Glenmorangie-Whiskys

Maßgeblich verantwortlich fĂŒr den Geschmack des Glenmorangie-Whiskys sind wie gesagt die Stills mit ihrem hohen senkrechten Hals und den kugelförmigen Decken. Durch den langen neck lĂ€uft ein Großteil des Destillats wieder zurĂŒck in den sogenannten Lyne-Arm. Auf diese Weise entsteht das besonders fruchtige und leichte Aroma von Glenmorangie. ZusĂ€tzlich kommen sogenannte Reflux Bowls zum Einsatz. Dadurch wird der RĂŒckfluss am unteren Ende der hohen HĂ€lse erhöht. Die schweren Stoffe haben es so schwerer, nach oben zu gelangen. Der Rohbrand wird entsprechend noch ein wenig leichter und milder. Hier schmeckst du unter anderem Aromen von Zitrus, grĂŒnem Apfel und Ananas heraus.

Durch die besonders fruchtigen Noten schafft es die eine oder andere verdĂŒnnte Probe Glenmorangie-Whiskys hin und wieder auch mal in ein Obstbrand-Tasting.

Ein Abstecher in das Besucherzentrum lohnt

Wie bei vielen anderen großen Brennereien Schottlands gibt es auch bei Glenmorangie ein Besucherzentrum, das Touren durch die Brennerei anbietet. Auch ein CafĂ©, ein Souvenirladen und ein Museum gehören zur FĂŒhrung. Hier kannst du die Geschichte der Brennerei hautnah miterleben und dir ein Bild von der Arbeit hinter den Kulissen machen. Das Besucherzentrum ist ganzjĂ€hrig geöffnet. Im Sommer finden Touren von Montag bis Sonntag statt.

Die Whiskys des Glenmorangie-Sortiments

Bei Glenmorangie finden Liebhaber von Single Malts eine breite Auswahl offizieller AbfĂŒllungen. Kern des Sortiments ist dabei ganz klar der 10-jĂ€hrige Glenmorangie Original. In der offiziellen Range findest du darĂŒber hinaus noch die Prestige Expressions. Dazu gehören eine 18-jĂ€hrige AbfĂŒllung, eine 25-jĂ€hrige und die Reihe Grand Vintage und Pride, die AbfĂŒllungen aus den Jahren 1974 bis 1993 enthĂ€lt. Auch eine Vielzahl von Wein- und Sherryfass-Nachreifungen mit einem Alter von 12 Jahren entdeckst du hier.

UnabhĂ€ngige AbfĂŒllungen von Glenmorangie gibt es kaum. Wenn du hier mal eine frei verkĂ€uflich entdeckst, weißt du, dass du auf eine RaritĂ€t gestoßen bist.

Anbei ein Überblick ĂŒber die wichtigsten AbfĂŒllungen:

  • Glenmorangie Original 10 Jahre
  • Glenmorangie Extremely Rare 18 Jahre
  • Glenmorangie Quarter Centry 25 Jahre
  • Glenmorangie Astar (ehemals Artisan Cask)
  • Glenmorangie Lasanta (ehemals Sherry Wood Finish)
  • Glenmorangie Nectar d’Ór (Nachreifung in FĂ€ssern aus der französischen Weinregion Sauernes)
  • Glenmorangie Quinta Ruban (ehemals Port Wood Finish)
  • Glenmorangie Signet (Neukreation aus dem Jahre 2018)

Neben den klassischen Whiskys gibt es bei Glenmorangie immer auch ein recht breites Spektrum an limitierten SonderabfĂŒllungen. Ein paar davon wollen wir dir an dieser Stelle auch nochmal etwas genauer vorstellen:

SortimentBesonderheiten
Glenmorangie Finealta (2010)
  • Nach einem Rezept aus dem Jahr 1903
  • FĂŒr das Savoy Hotel in London entwickelt
  • Reifung in spanischen Oloroso-Sherry-FĂ€ssern und amerikanischer Weißeiche
Glenmorangie Ealanta
  • 19 Jahre alt
  • Lagerung in erstbefĂŒllten stark ausgebrannten WeißeichenfĂ€ssern
  • Holz stammt aus dem Mark Twain National Forst im US-Bundesstaat Missouri
Glenmorangie TĂșsail
  • Whisky ohne Altersangabe
  • Aus Maris-Otter-Gerste hergestellt
  • Besonders ursprĂŒnglicher Geschmack

Limitierte Sondereditionen erscheinen bei Glenmorangie immer wieder in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden. Es lohnt sich also, regelmĂ€ĂŸig vorbeizuschauen und die Augen nach neuen AbfĂŒllungen offenzuhalten. Weitere gefragte Sorten sind beispielsweise:

  • Glenmorangie Signet
  • Glenmorangie Lasanta
  • Glenmorangie Allta
  • Glenmorangie Spios

Die beliebtesten Glenmorangie Whiskys

Glenmorangie The Original

( Rezensionen)
Glenmorangie The Original

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Fassreife: 10 Jahre
Absolut zurecht wird dieser Whisky als Schottlands beliebtester Single Malt gerĂŒhmt. Glenmorangie-typisch verwöhnt er den Gaumen mit milden und fruchtigen Noten, die unter anderem der Reifung in Ex-Bourbon-FĂ€ssern und der zehnjĂ€hrigen Lagerung geschuldet sind. Entsprechend konnte der Glenmorangie Original auch schon einige Preise gewinnen. Hier ist unter anderem der IWSC-Award von 2015 (Silber) hervorzuheben.

Viele KĂ€ufer beschreiben den Glenmorangie 10 Jahre als den perfekten Whisky fĂŒr Einsteiger. Das liegt schon einmal daran, dass man hier nicht den beißenden Brennereicharakter hat, wie man ihn bei vielen Whiskys des niedrigeren Preissegments findet. Dabei ist er mit etwa 30 Euro immer noch sehr bezahlbar.

Geschmacklich findet man hier schon einige verschiedene Noten, man sollte in puncto KomplexitĂ€t aber auch nicht zu viel erwarten. Der Glenmorangie 10 ist ein solider Malt, gehört aber nicht zur extrem vielschichtigen Oberklasse. Die bestimmenden Aromen sind ZitrusfrĂŒchte, Minze, Vanille und ein Hauch Bittermandel. Wenn du daran Gefallen findest und einen gut zugĂ€nglichen sĂŒffigen Whisky suchst, solltest du den Glenmorangie 10 ausprobieren.

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Glenmorangie Highland

(19 Rezensionen)
Glenmorangie Highland

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 43 %
In etwas höhere Whisky-Gefilde entfĂŒhrt uns unser nĂ€chster Vertreter aus dem Glenmorangie-Sortiment. Hierbei handelt es sich um den Glenmorangie Highland, der sich in einer preislichen Liga von etwa 80 Euro bewegt. DafĂŒr bekommst du einen 18-jĂ€hrigen Malt geboten, der dich mit Aromen von Honig, getrockneten FrĂŒchten und Nuss verwöhnt.

Die besonderen Geschmacksnuancen bekommt der Whisky durch die Lagerung in Oloroso-FĂ€ssern. Dies findet bei vielen KĂ€ufern Anklang, die ein Faible fĂŒr etwas fruchtigere leichtere Aromen haben. Die Nase ist hier klar von Vanille dominiert. Dieser Eindruck lĂ€sst lediglich etwas nach, wenn die Flasche schon etwas offen steht und ein wenig Zeit hatte zu atmen. Der Abgang ist beim Glenmorangie eher kurz und trocken.

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Glenmorangie Quinta Ruban 12

(27 Rezensionen)
Glenmorangie Quinta Ruban 12

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 46 %
  • Fassreife: 12 Jahre
Der Quinta Ruban ist der intensivste und dunkelste Whisky aus der Extra Matured Range von Glenmorangie. Er reift zunĂ€chst fĂŒr zehn Jahre in FĂ€chern aus amerikanischer Weißeiche. Anschließend kommt er zum Nachreifen in sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlte Ruby Port Pipes aus portugiesischen WeingĂŒtern. Dadurch entfaltet sich bei diesem Whisky ein spannungsreiches Zusammenspiel aus trockenen und sĂŒĂŸen Geschmacksnuancen.

In der Nase erkennt man hier dunkle Minzschokolade, Orangen und Mandarinen. Hinzu kommen Sandelholz und Walnuss. Im Geschmack entfaltet sich eine harmonische Synthese aus tĂŒrkischem Honig, Rose, Pfeffer und Muskat. Im Abgang kommt noch einmal die Minzschokolade zum Vorschein. Der Abgang ist angenehm lang und seidig. Hier kommt auch nochmal ein Hauch Orange hinzu.

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Glenmorangie Nectar d’Or 12 Jahre

(34 Rezensionen)
Glenmorangie Nectar d’Or 12 Jahre

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whisky
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 46 %
  • Fassreife: 12 Jahre
Der Glenmorangie Nectar D’Or zeichnet sich vor allem durch sein wĂ€rmendes und ĂŒppiges Geschmacksprofil aus. Er ist zehn Jahre in FĂ€ssern aus amerikanischer Weißeiche gereift. Danach bekommt er sein Finish in französischen Sauternes-FĂ€ssern. Dadurch entstehen besonders reichhaltige wĂŒrzige Noten, die fast schon ein wenig an Dessert erinnern. Doch auch einige fruchtige Akzente werden hier von vielen KĂ€ufern herausgeschmeckt. Dazu gehören Kokos, Zitronenschale und Vanille. FĂŒr die nötige WĂŒrze sorgen Datteln, Sultaninen, Muskat und geröstete Mandeln. Dieser Whisky ist also schon ein wenig komplexer und bietet viel zum Entdecken.

Insgesamt handelt es sich hier also um einen Whisky, bei dem es jede Menge zu entdecken gibt. Gleichzeitig ist er auch nicht so rauchig und so stark, dass nur Kenner ihre Freude daran finden. FĂŒr den einen oder anderen kann es sich aber doch empfehlen, ihn ein wenig zu verdĂŒnnen. Der Alkoholgehalt ist doch ein wenig höher.

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Fazit – etwas fĂŒr Feinschmecker

Glenmorangie gehört zu den absoluten Urgesteinen der schottischen Whisky-Landschaft. Das liegt einerseits an dem großen Traditionsbewusstsein, andererseits aber auch an der unbĂ€ndigen Innovationsfreude, die das Unternehmen seit jeher ausmachen. Die besonders großen Brennblasen und die Experimentierlust beim Ausprobieren neuer Finishes haben eine Reihe von Whiskys entstehen lassen, die lĂ€ngst nicht mehr nur von Einsteigern, sondern auch von Kennern aufgrund ihrer KomplexitĂ€t und gleichzeitig ihrer Milde wertgeschĂ€tzt werden. Wir wĂŒnschen dir viel Spaß beim Entdecken.

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