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Irischer Whiskey – mild und vielschichtig

Irischer Whiskey Neben Schottland, Kanada und den USA zĂ€hlt Irland zu den grĂ¶ĂŸten Whiskey-Nationen. Hier begann die Erfolgsgeschichte vieler berĂŒhmter Brennereien wie Cooley und Tullamore und viele berĂŒhmte Whiskeys stammen von hier. Dabei wird immer noch leidenschaftlich diskutiert, wo der Whiskey denn nun zuerst hergestellt wurde – in Irland oder Schottland. Mit diesem und vielen anderen spannenden Themen beschĂ€ftigen wir uns in diesem Beitrag.
Besonderheiten
  • GemĂ€lzte und ungemĂ€lzte Gerste
  • Dreifache Destillation
  • Milde Aromen
  • Lagerung in EichenfĂ€ssern

Irische Whiskey Sorten im Test & Vergleich 2018

Irische Whiskeys zeichnen sich vor allem gegenĂŒber den schottischen AbfĂŒllungen durch eine Reihe von Besonderheiten aus, die sich in markanten geschmacklichen Unterschieden niederschlagen. Doch auch in der Geschichte des irischen Whiskeys gibt es einige interessante Aspekte. Die wichtigsten Fakten findest du hier.

Der Geschmack des irischen Whiskeys – mild und leicht

Der Geschmack des irischen Whiskeys zeichnet sich durch seine eher mildere Charakteristik aus. Diese entsteht durch einige Besonderheiten bei der Herstellung. So wird der irische Whiskey nicht wie der schottische ĂŒber Torffeuer gedarrt, wodurch die herben rauchigen und torfigen Noten entfallen. Weiterhin wird als Getreide teilweise auch Hafer verwendet.

Bei der Destillation und Lagerung ist alles Àhnlich wie beim schottischen Whiskey. So wird auch hier drei Mal destilliert (Patent-Still-Verfahren) und drei Jahre (genaugenommen 3 Jahre und 1 Tag) in EichenfÀssern gelagert. Weiterhin werden wie in Schottland Blended und Malt Whiskeys hergestellt. Die Malts werden noch einmal unterteil in Single Malt (nur Gerstenmalz) und Pot Still Malts (gemÀlzte und ungemÀlzte Gerste).

Die meisten in Irland hergestellten Whiskeys sind Blends. In letzter Zeit werden jedoch auch mehr und mehr Single Malts angeboten. Eine wichtige QualitĂ€tsbezeichnung ist hier „Single Pot Still“. Das bedeutet, dass der Whiskey aus einer Mischung gemĂ€lzter und ungemĂ€lzter Gerste besteht, der Anteil an ungemĂ€lzter Gerste aber höher ist. Geschichtlich hĂ€ngt das damit zusammen, dass die Malzsteuer frĂŒher so hoch war, dass die Brenner auf das Beimischen gemĂ€lzter Gerste verzichteten und stattdessen ungemĂ€lzte Gerste verwendeten.

Beim Blenden des irischen Whiskeys gibt es eine weitere Besonderheit, die ihn vom schottischen unterscheidet. Hier durchlĂ€uft jede AbfĂŒllung verschiedene Reifeprozesse in unterschiedlichen Fasstypen. HĂ€ufig genutzt werden z. B. Sherry-, Bourbon- und PortweinfĂ€sser. Die verschiedenen Sorten zeichnen sich entsprechend durch ihre KomplexitĂ€t aus.

Die verschiedenen Arten

Wie in Schottland werden auch in Irland die drei bekannten Sorten Malt, Grain und Blended hergestellt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass im Namen ein zusĂ€tzliches e angehĂ€ngt ist. Es heißt also in Irland Whiskey und nicht Whisky. DarĂŒber hinaus gibt es aber auch noch eine ganz eigene irische Sorte: den Pure Pot Still.

Eine spannende Geschichte – so wurde der Irish Whiskey berĂŒhmt

Noch heute streiten sich Schotten und Iren darĂŒber, wer den Whiskey denn nun eigentlich erfunden hat. Laut Legende soll der Missionar und Schutzpatron St. Patrick das Wissen ĂŒber die Destillation nach Irland gebracht haben. Irische Mönche experimentierten damit und entwickelten nach einiger Zeit ein trinkbares Destillat mit dem Namen „uisge beatha“. Das ist gĂ€lisch und bedeutet Wasser des Lebens. Davon leitet sich ĂŒbrigens auch das Wort Whiskey ab.

Nun beanspruchten aber auch die Schotten fĂŒr sich, die VĂ€ter der Spirituose zu sein. Das liegt daran, dass der heilige St. Patrick in Dumberbarton geboren wurde und damit Schotte war. Eine andere Legende wiederum besagt, dass die Kunst der Destillation bei den Kelten schon lange vor St. Patrick bekannt war und ein Destillat mit dem Namen uisge beatha bereits hier getrunken wurde.

Du siehst, die AnfĂ€nge des Whiskeys lassen sich nicht ganz genau rekonstruieren. WorĂŒber sich aber sehr wohl AuskĂŒnfte geben lassen, ist seine weitere Verbreitung. So kam es, dass sich die Kunst des Whiskeybrennens von den Mönchen zu den Bauern ausbreitete. Hier wurden Getreidereste hĂ€ufig nicht mehr zu Speisen, sondern zu GetrĂ€nken weiterverarbeitet. Der Konsum stieg in den folgenden Jahren stetig.

Dies veranlasste die Regierung im Jahr 1556, auf die gesundheitlichen Auswirkungen hinzuweisen. Auch im Jahr 1620 wurden die Warnungen noch einmal verstĂ€rkt ausgesprochen. Dem steigenden Konsum tat das aber keinen Abbruch. Deshalb verhĂ€ngte die Regierung 1661 eine sehr hohe Alkoholsteuer, um die Trinksucht einzudĂ€mmen. Es trat allerdings das gegenteilige Ergebnis ein – die Schwarzbrennerei florierte.

Fortan gab es in Irland zwei Sorten – den besteuerten Parlamantswhiskey und den schwarz gebrannten PoitĂ­n. Dies zog sich bis in die Jahre 1822 und 1825 hin, als die ersten Gesetze Wege fĂŒr die legale Produktion von Whiskey ebneten. In den folgenden Jahren begann der Erfolg des irischen Whiskeys auch international und setzt sich bis heute fort. Dabei gab es aber immer auch RĂŒckschlĂ€ge wie das Handelsembargo innerhalb des Commonwealth, die amerikanische Prohibition und den zweiten Weltkrieg.

Wichtige irische Brennereien

BrennereienBesonderheiten
Jameson
  • 1780 in Dublin gegrĂŒndet
  • Destillation erfolgte bis 1971 in der Bow Street in Smithfield Village
  • Gehört zu den bekanntesten Whiskey-Marken weltweit
  • Gesamtabsatz 2012: 36 Millionen Liter
  • Whiskey besteht aus Mischung von gemĂ€lzter und ungemĂ€lzter Gerste
  • Lagerung in EichenfĂ€ssern aus Spanien, Portugal und den USA
  • Beliebte Sorten: Jameson Original, Jameson Gold, Jameson Crested Ten, Jameson Special Reserve, 12 Years
Cooley Distillery
  • Destillerie in der Kleinstadt Kilbeggan im County Westmeath nördlich von Tullamore, ursprĂŒnglich Brunsna Distillery
  • Vor allem fĂŒr die Marke Locke’s bekannt
  • 1987 wurden die Rechte an der Brennerei und ihren Whiskeys von der Cooley Distillery gekauft
  • Älteste lizenzierte Whiskey der Welt
  • Beliebte Marken: Kilbeggan, Locke’s, Connemara
Tullamore
  • Destillerie 1829 von Michael Molley errichtet, spĂ€ter von Familie Daly ĂŒbernommen
  • 1954 Produktion eingestellt und an John Power & Son verkauft
  • Heute wird Tullamore Dew in der Destillerie in Middleton im County Cork hergestellt
  • Beliebte Marken: Standard, 10 Year old Single Malt, 12 Year old Special Reserve

Weitere Hersteller und beliebte Brands:

  • Bushmills
  • Paddy
  • Connemara
  • Clontarf
  • Blackwood
  • Powers
  • Redbreast
  • Teeling

Ein paar beliebte Irish Whiskeys im Überblick

Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey

( Rezensionen)
Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whiskey
  • AbfĂŒllvolumen: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
Der Connemara wird ganz nach irischer Tradition zweifach destilliert. Eine Besonderheit besteht hier darin, dass es sich um den einzigen getorften Single Malt Whiskey Irlands handelt. Er zeichnet sich durch seinen weichen Geschmack und seine sĂŒĂŸen Honignoten aus. Hinzu kommen Aromen von FrĂŒchten und Torf. Die RauchintensitĂ€t wird von KĂ€ufern als eher gering beschrieben. Am Anfang schmeckt man sie zwar etwas deutlicher heraus, sie klingt im Abgang aber auch relativ schnell ab. Damit handelt es sich hier um einen Whiskey, der gut fĂŒr Einsteiger in die Welt der etwas rauchigeren Whiskeys geeignet ist.

Wer auf der Suche nach etwas komplexeren Whiskeys ist, könnte vom Connemara Peated allerdings ein wenig enttÀuscht sein. Aufgrund seines jungen Alters ist er bei Weitem nicht so komplex wie zum Beispiel ein 16 Jahre gereifter Whiskey.

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Jameson Black Barrell

(127 Rezensionen)
Jameson Black Barrell

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whiskey
  • AbfĂŒllvolumen: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Fassreife: 2 Jahre
Bei diesem Premium-Whiskey handelt es sich um einen Blend aus Single Irish Pot Still und einem hochwertigen Small Batch Grain Whiskey. Er reift in ausgeflammten Bourbon- und Sherry-FĂ€ssern, wodurch sein reichhaltiges Aroma mit den exotischen Fruchtnoten entsteht. Der Geschmack wird als sehr mild beschrieben. Im Zusammenspiel der fruchtigen SĂŒĂŸe stechen Papaya-Noten und dezente Vanille-Noten hervor. Der Nachklang hat eine eher intensive Charakteristik. Hier dominieren neben den Frucht- vor allem die Holznoten.

Gelobt wird von einigen KĂ€ufern, dass der Whiskey nicht so streng ist wie ein typischer Single Malt. Dazu trĂ€gt vor allem der eher weiche Abgang bei. Aus diesem Grund eignet er sich auch gut als Geschenkidee fĂŒr Leute, die gerne einen guten Whiskey genießen, aber eher weicheren Sorten zusprechen.

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Bushmills 10 Jahre Single Malt

( Rezensionen)
Bushmills 10 Jahre Single Malt

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whiskey
  • AbfĂŒllvolumen: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Fassreife: 10 Jahre
Der Bushmills besteht zu 100 % aus gemĂ€lzter Gerste und ist drei Mal destilliert worden. Die Reifung erfolgt zum Teil in Sherry- und zum Teil in BourbonfĂ€ssern. Der Geruch dieses Single Malts lebt vor allem von sĂŒĂŸen Honig- und Frucht-Noten. Auch ein Hauch Vanille sticht hervor. Im Geschmack entfalten sich leicht malzige und sĂŒĂŸliche Noten. Die Alkoholnote tritt nur leicht hervor und wirkt keinesfalls als störend. Als ein Highlight des Whiskeys wird sein Abgang beschrieben. Er wirkt lang anhaltend, sĂŒĂŸ und geschmeidig. Damit handelt es sich auch beim Bushmills 10 Jahre um einen guten Whiskey fĂŒr Einsteiger.

Im Hintergrund werden etwas herbere Noten beschrieben, die an klassisch-schottische Malts erinnern. Diese verlieren aber niemals ihre Leichtigkeit. Hier sind ganz deutliche AnklÀnge an typisch irische Blends herauszuschmecken, durch die der Bushmills eine interessante Doppelgestalt offenbart, die immer wieder zum Entdecken einlÀdt.

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Jameson Original Whiskey

( Rezensionen)
Jameson Original Whiskey

Besonderheiten

  • Kategorie: Single Malt Whiskey
  • AbfĂŒllmenge: 0,7 l
  • Alkoholgehalt: 40 %
  • Fassreife: 7 Jahre
Mild, weich, rund – mit diesen Worten wird der James Original Whiskey am hĂ€ufigsten beschrieben. Das Aroma enthĂ€lt Noten von geröstetem Holz und Sherry. Aus diesem goldenen Highlight schmeckt man die seit 1780 lebendige Whiskey-Tradition deutlich heraus.

Von KĂ€ufern wird er oft rundum empfohlen. Dabei wird angemerkt, dass es sich um einen angenehm preisgĂŒnstigen Whiskey handelt, den man auch problemlos pur genießen kann. Die rauchigen Geschmacksnuancen halten sich bei aller Milde dezent im Hintergrund.

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Fazit

Wie Schottland hat auch Irland eine spannende und vor allem lange Wiskeytradition. GegenĂŒber den zahlreichen Scotch-Sorten zeichnet sich Irish Whiskey aber vor allem durch seine milderen und weicheren Noten aus. Damit handelt es sich hier um einen guten Einstiegspunkt fĂŒr Whiskey-Freunde, die sich langsam zu etwas rauchigeren und torfigeren Noten vorarbeiten wollen. Aufgrund der langen Geschichte des irischen Whiskeys kannst du hier auch auf eine große Auswahl mit 10, 12, 21 und mehr Jahren zurĂŒckgreifen.

Zu den beliebtesten Sorten gehören Jameson und Bushmills. Hier schmeckst du neben markanten Vanille-Aromen auch noch dezente Fruchtnoten heraus. Wir wĂŒnschen dir viel Spaß beim Entdecken.

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